Backstage: Zu Besuch bei Medi

– Werbung, weil wir unbezahlt eingeladen wurden. –

Ein besonderer Blick hinter die Kulissen

In den besten Fällen ist es so: Man geht zum behandelnden Facharzt, lässt sich die Rezepte für die Versorgungen geben, geht zum Sanitätshaus und lässt sich mit den neuen Maßen die frischen Kompressionen anfertigen. Aber habt ihr euch schon einmal gefragt, warum die Fertigung so viel Zeit in Anspruch nimmt, wie die Nähte zu Stande kommen und warum die Versorgungen ihren Preis haben? Wir wurden von Medi eingeladen, einmal hinter die Kulissen zu schauen, Feedback aus erster Hand zu geben und uns selbst an die filigrane Arbeit zu wagen. Und eines nehme ich vorweg: Es hat uns allen unheimlich viel Spaß gemacht!

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Gemeinsames Zuordnen der Versorgungen zum passenden Auftragszettel.

Michaela sagt:

Medi hat mir mit ihrer frischen und herzlichen Art jede Aufregung beim Besuch des Werkes in Bayreuth genommen. Ihr Trendbewusstsein durch verschiedene Farben und Muster und ihre Aufgeschlossenheit gegenüber Verbesserungsvorschlägen zeigten mir, dass sie sich sehr für das Wohlbefinden ihrer Kunden interessieren. Die Herstellung eines einzelnen Kompressionsstrumpfes hat mich darüber hinaus sehr fasziniert und mir gezeigt wie viel Arbeit und Komplexität, die einem auf dem ersten Blick nicht bewusst ist, darin stecken. Jeder Strumpf ist, wie seine Trägerinnen/er, ein Unikat.

 

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Tanja versucht sich an den Handschuhen.

Tanja sagt:

Der Besuch bei Medi war eine Zeit, die mir lange im Gedächtnis bleibt. Wir wurden so herzlich willkommen geheißen und sofort aufgenommen, als würden wir schon immer dazu gehören. Ich war besonders davon begeistert, wie viel Wert auf unsere Meinungen und den Austausch mit uns gelegt wurde. Man sieht richtig, dass Medi versucht auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen und sich stets weiter zu entwickeln. Das merkt man schon allein an der Fertigung der Kompressionsware. Davon war auch ich fasziniert zu sehen,wie viel Detailarbeit und Entwicklung dahinter steckt.

Vom Maß zur Bestrumpfung

Man denkt wahrscheinlich, dass in der heutigen modernen Zeit womöglich alles mit automatisierten Maschinen hergestellt wird. Aber es gibt immer noch Prozesse, die nach wie vor handgemacht sein müssen. So auch unsere Kompressionsbestrumpfungen.

Nachdem euer Sanitätshaus die Maße genommen hat, werden sie an Medi übermittelt, mit einer Auftragsnummer versehen (die könnt ihr auf dem Etikett eurer Kompression entdecken) und zunächst durch einen Mitarbeiter und einem Programm mit einer Maschine in weiß flach gestrickt. Anschließend nähen ausgebildete SchneiderInnen die flachen „Rohlinge“ zusammen zur letztendlichen Form. Das ist bei Strumpfhosen vom Arbeitsvorgang noch vorstellbar. Jedoch bei den Handschuhen kam ich schlichtweg aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Handgemacht

Jeder Handschuh besteht aus dem flachgestrickten Stück und den zusätzlichen Streifen für die Seiten der Finger. Oben seht ihr auf dem Bild Tanja an der runden Nähmaschine, wie sie sich an dieser filigranen Arbeit versucht. Hier ist wirklich absolutes Fingerspitzengefühl gefragt und ich habe nicht schlecht gestaunt, mit welchem Geschick die Näherin im Nu die Nähte bearbeitete. Nachdem alle Stücke die finale Form erlangt haben, werden sie in riesigen Waschmaschinen eingefärbt. Je nach Intensivität dauert dieser Vorgang länger, weil das Garn natürlich etwas Zeit benötigt, die Farbe so stark aufzunehmen. Getrocknet, gebügelt und nach dem finalen Check verpackt gehen die Versorgungen dann zu euch auf den Weg.

 

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Vorbereitungen auf das Feedback Gespräch.

Laura sagt:

Der Besuch bei Medi hat mich wirklich überwältigt und war sehr interessant. Ich hatte mir die Herstellung der Kompressionsware viel „einfacher“ vorgestellt. Außerdem war mir überhaupt nicht bewusst, durch wie viele Hände eine Kompressionshose geht, bevor sie fertig ist. Unglaublich!

Mit Herzblut und Wissen

Dabei ist die Herstellung von Flaschstrick-Kompression ja nur ein Bereich von vielen, den Medi bedient. Und egal, in welche Station wir einen Blick werfen durften, überall wurden wir herzlich von allen empfangen. (Über Facebook haben uns sogar noch Mitarbeiter geschrieben, dass sie sich über die Begegnung gefreut haben. 🙂 ) Nicht nur die Belegschaft im Werk, auch die Abteilung der Phlebologie hat für unser Feedback ein dankbares offenes Ohr gehabt und uns in einer Q&A-Runde alle Community-Fragen beantwortet, die wir noch gesondert in einem eigenen Artikel euch zusammenfassen möchten.

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Pia vernäht die Ränder einer Kompression.

Pia sagt:

Seit unserem Besuch bei Medi weiß ich, dass so viel Herzblut und Wissen in einer Kompression stecken, dass man sie mit ganz anderen Augen sieht. Ein hochwertiges Produkt, welches in Handarbeit hergestellt wird sieht und trägt man dann ganz anders und ich wäre sogar sehr stolz darauf sowas zu tragen. Wir wurden dort mit so viel Gastfreundschaft und Liebe willkommen geheißen. Man merkt dass die Firma eine kleine große Familie ist, die jeden Mitarbeiter schätzt und stolz auf das ist, was sie herstellen. Wir durften ganz tolle Menschen kennenlernen. Solche Firmen sollte es öfter geben – ein ganz großes Lob an dieser Stelle!

 

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Caroline erkundigt sich nach den verschiedenen Zusätzen.

Caroline sagt:

Medi ist seit meiner Diagnose mein stetiger Begleiter. Doch selbst nach vielen Jahren in Kompressionsbestrumpfung wurde ich von unserem Besuch in Bayreuth völlig überrascht. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel Aufwand, Forschung und vor allem Handarbeit in unseren Versorgungen steckt. Das alles hat mich sehr demütig werden lassen, denn ich konnte mir nun selbst ein Bild davon machen, dass jeder einzelne Mitarbeiter sich sehr viel Mühe gibt, am Ende eine gut verarbeitetes Produkt herzustellen. Ich hoffe, unser Besuch und unsere Erfahrungsberichte darüber können anderen Ödem Betroffenen einen ähnlichen Eindruck vermitteln und mehr Verständnis für den Vorgang erwecken.

Anja konnte zwar leider an dem Wochenende nicht teilnehmen, war jedoch natürlich in unseren Herzen und Gedanken auf Schritt und Tritt dabei.

Zu Besuch bei Medi

Wir bedanken uns von Herzen für die einmalig wundervolle Zeit und vor allem für die offenen und ehrlichen Gespräche und hoffen, ihr könnt durch diesen Bericht ein Bild von dem Herstellungsprozess unserer treuesten Begleiter, der Kompressionsversorgung, machen. Folgt doch einfach Medi auf Facebook und vielleicht wird dort bald schon die nächste Werkführung angeboten. Ihr werdet es nicht bereuen! Hier geht es zur Facebook-Seite.

 

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Author: Caroline Sprott

Ich bin Caroline, 1989 geboren und wohne im Mittelhessischen Wetzlar. Warum habe ich den Lipödem Mode-Blog ins Leben gerufen? Am Anfang meiner Diagnose stand ich völlig hilflos vor einer ungewissen Zukunft. Jetzt, einige Jahre später, habe ich durch die aktive Anteilnahme in Selbsthilfegruppen und viel Recherche einen Erfahrungsschatz ansammelt, den ich gerne an einem Ort gebündelt anderen Betroffenen zugänglich machen möchte – ohne den Umweg über private Gruppen bei Facebook. Die modische Komponente ist natürlich meinem Hobby geschuldet. Ich versprach mir damals selbst, mich niemals von der Kompressionsbestrumpfung einschränken zu lassen. Diese Einstellung macht anderen Patientinnen Mut und so riet mir Michaela dazu, einen Blog ins Leben zu rufen.

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  • Wie cool! Schönes Filmchen! Ich finde die Farbauswahl auch sehr schwer. Es würde mir helfen, wenn die Stoffmuster größer wären.
    Wollt ihr/ wir mal einen Artikel zur Farb- und Typberatung schreiben? Ich habe mich mal einen Nachmittag beraten lassen und war verblüfft von dem Effekt: manche Farben lassen blass erscheinen, durch andere erstrahlt man.

  • Liebe Caroline, liebe Mädels,

    ich möchte mich mal ganz herzlich für Euren tollen Blog bedanken.
    Durch Euch habe ich schon ganz viele Ideen und Inspirationen umgesetzt.
    Vor allem bin ich dadurch nach meiner Diagnose nicht in ein tiefes Loch gefallen. Hier konnte ich Mut schöpfen und nach vorn blicken und wurde zum Thema in vielfacher Hinsicht richtig gut aufgeklärt. Auch an nicht so guten Tagen finde ich hier Trost, einfach weil ich mich mit meinem „Problem“ nicht so allein fühle.
    Inzwischen habe ich durch Eure Tipps meinen Kleidungsstil komplett umgestellt und bin sogar viel selbstbewußter geworden, auch weil ich meine Kompri nicht verstecken muss.
    Macht unbedingt weiter so!

    Herzliche Grüße
    Heike

    • Liebe Heike,

      bei so einem tollen Feedback muss ich gucken, dass die Tempos griffbereit sind. Vielen vielen vielen lieben Dank für deine lieben Worte und es ehrt uns sehr, dass du unsere Tipps und Inspirationen für dich verwenden kannst. Dass wir dir sogar auch psychisch eine Stütze sein können, ist das höchste Lob, das du uns machen kannst.

      Von Herzen alles Gute und einen dicken Drücker an dich!
      Caroline

  • Hallo vielleicht könnt ihr mir helfen hab libödem nach der 4 Schwangerschaft in Beinen und amen bekommen reagiere allergisch auf das Gummi in den Strümpfen mit offenen Wunden nach ein paar Tagen. Was kann ich tun .gehe regelmäßig schwimmen auch in die Therme das tut mir gut .

    • Hallo liebe Bettina,

      es gibt für solche Fälle auch Kompression mit Silberfäden. Die sind auch für Patienten mit Neurodermitis und offenen Beinen geeignet. Erkundige dich mal nach denen in deinem Sanitätshaus.

      Liebe Grüße
      Caroline