Boudoir Shooting – ein Weg zur Selbstliebe

Du denkst dir jetzt bestimmt „Boudoir … was? Was soll das denn jetzt neu modernes sein?“. Zur Erklärung: Boudoir stammt aus dem französischen und beschrieb ursprünglich ein elegantes Ankleidezimmer, in das sich die Dame des Hauses zurück ziehen konnte. In der Fotografie steht es in der heutigen Zeit für sinnliche, erotische, elegante Bilder.

Okay. Also schmuddelige
Erotikbilder, oder?

Nein, das ist bei einem Boudoir Fotoshooting nicht der Fall. Hier stehst du als Person im Mittelpunkt und es geht darum, dich stilvoll in Szene zu setzen, nicht gleich alles frontal zu enthüllen. Und besonders geht es darum, dein Selbstbewusstsein zu stärken und dir ein gutes Gefühl für deinen Körper zu geben.

hochzeits dirndl

Mein persönliches Boudoir Shooting

Ich habe mich, wie einige momentan, dazu entschieden zur Zeit meiner Hochzeit ein Boudoir Shooting zu machen und dafür auch teilweise meine Hochzeitdessous zu nutzen. Ich fand die Idee toll, meine Dirndlbluse (wir haben bayerisch kirchlich in Tracht geheiratet) und meinen Morgenmantel noch einmal schön in Szene setzen zu können.

Passend dazu habe ich eine ganz liebe Fotografin gefunden. Sie gab mir über die komplette Zeit ein gutes Gefühl und je länger das Shooting ging, umso wohler fühlte ich mich. Wir vereinbarten auch, dass sie später bei der Bearbeitung mich nicht aalglatt retuschiert, sondern man immer noch meine „Besonderheiten“ erkennen sollte. So zeichnete sie die Silhouetten nur ein bisschen weicher.

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Mutig sein

Für mich war das Vertrauen zu meiner Fotografin sehr wichtig. Denn eine besondere Herausforderung, zusätzlich zu der Freizügigkeit, war nämlich dass wir im Freien geshootet haben. Bedeutet, ich musste mich nicht nur überwinden, mich überhaupt so frei zu zeigen, sondern auch kein Problem damit zu haben, dass mich fremde Personen so sehen könnten. Und was soll ich sagen? Am Schluss war es mir egal, ob ab und an mal jemand vorbei fuhr oder lief.

Ich fand mich schön und mir wurde immer mehr bewusst, dass es Menschen gibt, die mich lieben wie ich bin. Mit jeder Macke, mit jeder Delle am Oberschenkel und mit jedem Dehnungstreifen. Also, warum sollte ich das dann nicht auch tun? Warum sollte ich mich dann nicht selbst genauso lieben und besonders auch so akzeptieren wie ich bin.

Und genau das versuche ich seit dem Boudoir Shooting umso mehr wie vorher. Natürlich gibt es immer wieder Tage, da finde auch ich mich nicht so attraktiv. Aber genau an solchen Tagen ist es besonders wichtig, sich vor Augen zu halten, dass wir alle wunderschön sind, wie wir sind. Und die Bilder unterstützen mich dabei sehr.

Ich kann dir nur raten, wenn du schon mal über so ein Fotoshooting nachgedacht hast, trau dich. Es lohnt sich wirklich. Man geht hinterher gestärkter und mit mehr Selbstbewusstsein hervor. Und nebenbei entstehen noch wunderschöne Bilder.


Bilder: Fotokatze Katharina jokuschies

Dirndl-Bild: Michael Hadwiger

Dirndl und Dirndlbluse: Dirndl Liebe

Morgenmantel: Nadelspitze

Spitzen-Jumpsuit: Bonprix

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Author: Tanja

Ich bin Tanja, 1988 geboren und aus dem schönen Bayern. Beruflich bin ich Landschaftsgärtnerin und habe dort nicht wirklich viel mit Mode zu tun. Jedoch macht mir das schreiben sehr viel Spaß und ich finde es schön selbst immer wieder Inspirationen zu bekommen und zu lernen sich selbst zu verwirklichen. Gerne möchte ich dieses Gefühl auch an andere weiter geben und zusammen gegen unsere Krankheit ankämpfen und erreichen, dass wir uns trotzdem wohl in unserer Haut und schön fühlen.

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  • Liebe Tanja,

    das sind sehr schöne Bilder und ein toller Beitrag! Du leuchtest richtig und die Fotografin hat deine natürliche Schönheit echt mega in Szene gesetzt ❤️❤️❤️❤️ ❤️ Danke für deine Offenheit! Ich wünsche dir weiterhin alles Gute auf deinem Weg.

    Liebe Grüße
    Claudia

    PS: was ist das für ein Morgenmantel?