Kinderwunsch mit Lipödem – Eine Gefühlsspirale

Kinderwunsch mit Lipödem

Passt das überhaupt zusammen? Viele von euch fragen sich täglich, ob es sinnvoll ist, trotz Lipödem Schwanger zu werden. Wir wollen die vermurksten Gene ungern weiter geben und haben zudem Angst, dass das Lipödem explodiert wenn wir Schwanger sind.

Schwangerschaft

Es ist eine schwere Entscheidung und eine kleine Gratwanderung. Einerseits die eigene Gesundheit und andererseits der Wunsch Leben zu schenken.
Das Lipödem wird von Hormonen beeinflusst. Deshalb kommt diese Krankheit bei vielen Betroffenen in der Pupertät zum Ausbruch, aber auch die Zeit der Schwangerschaft oder aber der Wechseljahre sind ausschlaggebende Punkte. Die Pille ist ebenso schwer umstritten. Gerade in der Schwangerschaft werden viele Hormone ausgeschüttet und das komplette System umgestellt. Dies kann sich auch auf euer Lip auswirken, es kann dazu führen dass sich euer Befund verschlimmert, die Schmerzen plötzlich stärker werden oder ihr eine höhere Kompressionsklasse benötigt. Aber wie auch gerade erwähnt, ist das eine Kann-Option. Ihr könnt auch eine ganz normale Schwangerschaft ohne große Probleme erleben. Leider kann man das nie genau sagen. Aber möchte man deshalb auf ein Kind verzichten? Ich denke wir sollten unser Leben nicht nur vom Lipödem leiten lassen. Wenn ihr einen Kinderwunsch mit Lipödem habt und euch sicher seid,  dann geht diesen Schritt!

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Seid wachsam

Die Medizin ist auch schon etwas weiter und man selber hat ein genaues Lipödem Auge. Ich denke, man wird Veränderungen am eigenen Kind schnell wahrnehmen und kann gut gegensteuern. Auch wenn das Tragen von Kompression bestimmt nicht angenehm ist, aber wenn es das schlimmste verhindern kann bin ich definitiv dafür. Ihr versteht was ich meine? Zudem besteht ja auch die 50/50 Chance, dass ihr einen gesunden Jungen zur Welt bringt und euch über dieses Thema gar keine Gedanken machen müsst.

Das ist nur meine eigene persönliche Meinung zum Thema. Ich persönlich mache mir eher Gedanken, ob der bei uns in der Familie liegende Krebs nicht eher ein Problem darstellt. Früh erkannt kann man beim Lipödem noch einiges tun und vielleicht sogar eine Stagnation bewirken. Es ist alles ein Pro und Kontra, ein hin und her der Gefühle, eine nicht endende Gedankenspirale. Ihr müsst für euch entscheiden, was euch wichtig und richtig ist.

Während der Schwangerschaft gibt es übrigens eine spezielle Kompressionsversorgung für euch. Das feste Leibteil wird durch ein weiches, nicht einengendes ersetzt. Am Anfang gibt es auch die Möglichkeit einen Keil in die bestehende Kompression einzuarbeiten. Auf jeden Fall braucht ihr keine Angst zu haben, denn es wird nichts drücken und euer Baby wird nicht geschädigt.

Liposuktion vor oder nach der Schwangerschaft?

Eine weitere heiß Diskutierte Frage ist „Liposuktion vor oder nach der Schwangerschaft?“
Auch hier gibt es zig Thesen. Ich bin ja selber operiert, das wisst ihr. Mein Arzt hat mir gesagt, dass eine Schwangerschaft nach der Liposuktion wesentlich besser wäre. Man hat kaum noch krankes Gewebe im Körper, was bedeutet, dass die Chance, dass der Befund gleich bleibt, um ein vielfaches erhöht ist. Die Karten sind neu gemischt. Und ich kann dem Gedankengang auch etwas abgewinnen. Denn ist das Fett vorher entfernt, kann es auch nicht explodieren. Es nimmt ab der Operation höchstens gleichmäßig zu, dies geschieht aber meist durch eine erhöhte Nahrungsaufnahme. Also eine ganz normale Zunahme, die dann auch wieder abnehmbar ist. Warum und Wieso das so ist? Das kann euch nicht mal ein Arzt erklären. Leider wahr!

Fazit

Wenn ihr Kinder möchtet und euch nichts sehnlicher wünscht, dann gebt eurem Kinderwunsch mit Lipödem doch einfach nach. Es ist euer Leben, das Lipödem ist Bestandteil. Das eigene kleine Menschenwesen in den Händen zu halten wiegt alles an Schmerzen auf. Ich denke, das ist es wert. Lipödem hin oder her – keiner wird euch diese Entscheidung abnehmen. Trefft die richtige Wahl und bitte bereut nichts. Ich persönlich möchte diese Erfahrung nicht versäumen, niemals.
In diesem Sinne – Alles Liebe
Handschrift Anja

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Author: annichen1989

Ich bin Anja und wurde am 10.02.1989 in Schwedt an der Oder geboren. Ich komme somit aus dem schönen Brandenburg. Beruflich bin ich tätig als Kauffrau für Bürokommunikation, ich unterstütze 2 Unternehmen mit meiner Arbeitskraft. Nebenbei bin ich als Künstlerin im Bereich Manga tätig. Ich wurde von der lieben Caroline eingeladen mich an diesem Blog zu beteiligen. Mir macht es Spaß, meine Gedanken zu teilen und ich hoffe, dass unsere Krankheit dadurch auch bekannter wird.

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  • Hallo!
    Ich habe darüber erst nachgedacht, als ich endlich schwanger war. Durch mein PCO Syndrom und starken Kinderwunsch, hat es einige Zeit und Unterstützung durch eine Kinderwunschklinik benötigt, um überhaupt diesen Wunsch erfüllen zu können. Und mein Wunsch war riesig – das hätte mein Lipödem nie „verhindern“ können. Ich mache mir zwar Gedanken, ob meine Tochter ebenfalls betroffen sein könnte. Aber es besteht die Chance, das dem nicht so ist. Und wenn doch, sind wir (mein Mann, meine Familie und ich) für diese Krankheit sensibilisiert und könnten ihr frühzeitig helfen. Ich möchte mein wundervolles Kind um nichts in der Welt missen! Und während der Schwangerschaft ging es mir persönlich der gut mit meinem Lipödem.

    • Hallo Antonia!
      Es freut mich zu hören das du deinem Kinderwunsch nachgegeben hast. Das ist ein tolles Beispiel und wünsche euch alles erdenklich gute. Ich sehe es wie du – frühzeitiges erkennen ist viel wert und wir sind ja wirklich fit darin.

      Alles liebe
      Anja

      • Hallo bist du die Anja aus schwedt? Ich leide auch seid 8 Jahren an lipödem und bin 11 Woche schwanger. Würde mich freuen mit dir mal in Kontakt zu treten?

  • Liebe Anja
    Du sprichst mir süß der Seele. Mein Freund und ich haben uns in der letzten Zeit sehr mit den Thema Kinder auseinander gesetzt, grade weil ich so eine Angst habe wegen der Vererbung.
    Ich lebe bis jetzt ganz gut mit der Diagnose. Natürlich habe ich auch andere Tage(ich glaube diese kennt jeder mit dieser Diagnose) aber ich denke mir den immer „lass dich nicht zum Sklave deiner eigenen Krankheit machen“.
    Um zum Thema zurück zukommen. Mein Freund sagte zu mir etwas der mir den atmen raubte und sehr viel Angst nahm.
    Er sagte:
    „Wenn wir heute erfahren würden, dass wir Schwager wären und unser Kind beeinträchtigt wäre, egal ob körperliche oder geistig. Würden wir es nicht trotzdem lieben?! Wer sagt uns das wir jemals ein Kind bekommen, dass nicht auf irgendeine Art beeinträchtigt auf die Welt kommt oder in seinem Leben irgendwann beeinträchtigt sein wird. Ist Lipödem nicht dann ein bekanntes Risiko?! Ein Risiko wir wenigstens kennen! Wo wir wissen was zutun ist! Wo wir wissen wie wir ihm helfen können.“
    Mir laufen jetzt schon wieder fie Tränen. Den er hat sich recht.
    Keine Frau die Lipödem hat und Schwager wird ist ein unmensch. Im Gegenteil ich glaube grade wir haben das nötige Wissen um unsere Kinder für solche Krankheiten feinfühlig zumachen und stark zumachen.

    Meine Nichte(10j.) Sagte mal zu mir als ich sehr traurig wegen der Krankheit war. „Ich liebe dich so wie du bist. Auch mit dem doffen Lipödem biste meine starke Tante.“
    Und ich finde so Menschen müssen wir einfach heranziehen.

    • Hallo Julia,

      Ich glaube dein Mann hat die perfekten Worte gefunden um alle Zweifel aus dem Weg zu räumen. Besser kann man es wirklich nicht formulieren.
      Auch deine Nichte scheint dich wirklich sehr zu lieben. Du bist in einer tollen Umgebung – solche Menschen gilt es zu finden und um sich zu haben.

      Alles liebe für euch
      Anja

  • Liebe Anja,

    ich habe im März die Diagnose Lipödem bekommen.Ich war total fertig mit den Neven.Aber ich hab es wohl schon seit der Schwangerschaft mit meinem fast 10 jährigen Sohn.Ich habe damals 23 Kg während der Schwangerschaft zugenommen.Davon habe ich allerdings noch immer 10 Kg zu die nie runtergegangen sind. Durch mehrere Umstellungen der Pille hab ich nochmal 12 Kg in den letzten 2 Jahren zugenommen.Ich hab die Pille mach der Diagnose Lipödem eigenmächtig abgesetzt .Nun bin ich in der 6 SSW und weiß auch nicht genau ob ich mich darüber freuen soll.Ich habe Angst das mein Körper explodiert.Ich trage seit der Diagnose Kompressionsstrümpfe bis zu den Oberschenkeln und geh 1-2 x in der Woche zur Lyphdrainage.Meine Beschwerden haben sich dadurch etwas verbessert.Und auch mein Hautbild ist erheblich besser (glatter) geworden.Teilweise hat sich auch der Umfang reduziert und das in so kurzer Zeit.
    Nun hat sich mein Freund vor kurzem von mir getrennt und ich weiß nicht was ich machen soll.Er weiß noch nichts von der Schwangerschaft.

  • Als ich mit unserem Sohn (jetzt 2 Jahre alt) schwanger war, steckte ich (wider besseren Wissens) in einer keinen-Bock-Phase und habe die komplette (!) Schwangerschaft ohne Lymphdrainage oder Kompressionsstrümpfe erlebt.
    Ich habe besonders am Ende zwar sehr unter den Ödemen gelitten (es war Hochsommer – ich kam nur noch in ein einziges Paar Sandalen rein!), die waren aber nach der Schwangerschaft sofort weg. Ich habe auch in der gesamten Schwangerschaft nur 1 kg zugenommen, als der Kleine raus war wog ich 6 kg weniger als zum Schwangerschaftsstart…
    Und ja, mein Beinumfang hat sich etwas vergrößert und ich hab einen sehr hübschen Besenreiser an der rechten Wade als Erinnerung behalten 😉
    Und ja, trotz auch diverser anderer Wehwehchen in der Schwangerschaft – wir planen nächstes Jahr wieder schwanger zu werden – dann aber mit Kompressionsstrümpfen 🙂
    So ein kleiner Mensch entschädigt für absolut alles, ich möchte unseren Sohn nicht einen Tag missen!
    In diesem Sinne: auf die Plätze – fertig – losbasteln! 😉