Die Suche nach dem richtigen Sanitätshaus

Eine der wohl meist gestellten Frage, wenn jemand seine Diagnose hat ist:

„Was passiert jetzt, was muss ich tun?“

Nach der Diagnose ist vor dem Sanitätshaus

Hier möchte ich Euch einmal meine Erfahrungen weitergeben, Euch verraten, was mir an einem Sanitätshaus wichtig ist und was für mich ein Muss oder eben ein No-Go ist.

  1. Nach Möglichkeit immer mehrere Sanitätshäuser anrufen oder aufsuchen.
  2. Wie verhalten sich die Mitarbeiter, gehen sie auf dich ein?
  3. Werde ich als Person wahrgenommen und respektvoll behandelt?
  4. Ist dieses Sanitätshaus in seiner Auswahl breit aufgestellt?
  5. Sauberkeit und Hygiene
  6. Fachwissen

Das sind erst einmal die groben Punkte die es zu beachten gilt.

Gute Recherche ist alles

Als erstes würde ich das WorldWideWeb mal nach Sanitätshäusern befragen. Oft haben diese auch tolle Websites auf denen man eine Menge über sie erfahren kann. Fotos von Mitarbeitern, worauf sie spezialisiert sind und natürlich sowas wie Öffnungszeiten, und vielleicht sogar Fotos der Räumlichkeiten.

Nun kannst Du Dir überlegen ob Du lieber persönlich hingehst und nach einem Kennenlern-Termin fragst oder vorab anrufen magst. Da sind die Charaktere ja unterschiedlich. Wichtig finde ich immer, ob derjenige auch auf meine Bedürfnisse eingeht oder nur stumpf abarbeitet.

Das ist mir einer der wichtigsten Punkte. Ein gutes Sanitätshaus steht Dir zur Seite, wenn es vielleicht niemand mehr kann. Die Anpassung einer Kompressionsversorgung ist ein unheimlich intimer und privater Moment, denn durch die Kompression verändert sich das ganze Leben und da ist es sehr wichtig, dass du dich gut aufgehoben fühlst und deinem Sanitätshaus und besonders der Sani-Fee vertrauen kannst. Auch bei eventuellen Reklamationen, Veränderungen oder auch Verschlimmerung der Erkrankung, ist das Sanitätshaus dein Ansprechpartner (natürlich nach und in Absprache mit deinem Arzt) doch meist kennen sie sich wesentlich besser aus als ein Arzt und kann Dir und oft auch dem Arzt viele gute Tipps geben. Natürlich hat ein Sanitätshaus auch seine Grenzen und kann nur so gut sein, wie Du es sein lässt.

Eine gute Auswahl ist immer von Vorteil

Viele Sanitätshäuser sind auf einen Hersteller spezialisiert oder haben mehrere gut geschulte Sanifeen im Haus, die euch je nach Marke abmessen können. Am besten führen sie verschiedene Hersteller und finden mit dir zusammen den perfekten Hersteller für dich und deine Bedürfnisse. Das kann eine Weile dauern, aber für jeden gibt es eine passende Kompressionsversorgung. Habt Geduld.

Natürlich spielen die Sauberkeit und Hygiene eine sehr große Rolle. Ist ein Laden in keinem guten Zustand, dann spiegelt das leider auch öfter die Sauberkeit der Mitarbeiter wieder. Alles was am Menschen passiert muss immer sauber und hygienisch sein. Mit ist bewusst, dass jeder von Euch das weiß, aber der Ordnung halber möchte ich diesen Punkt natürlich auslassen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle kann nicht schaden?

Und nun der Punkt, der vielen Bauchschmerzen macht. Das Thema Fachwissen! Viele von uns sind mittlerweile zu eigenen kleinen Spezialisten geworden. Das gehört zu dem Thema Selbstmanagement und ist unerlässlich, wenn man eine chronische Erkrankung hat. Ich finde das sehr gut und befürworte es. Nichts desto trotz haben natürlich Mitarbeiter in einem Sanitätshaus oft eine jahrelange Erfahrung und kennen sich wunderbar aus. Hier gilt es Vertrauen zu schenken, aber natürlich trotzdem nie ganz blind. Hinterfragen, austauschen und kommunizieren sind das A und O. Zum einen lernt Ihr vielleicht noch etwas dazu und zum andern sieht Eure Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner, dass ihr Euch ebenfalls gut auskennt und es entsteht nach meiner Erfahrung ein gutes Verhältnis.

Ich habe schon viele Sanitätshäuser kennen lernen dürfen und kann wirklich sagen, dass meine Erfahrung meist sehr positiv war. Trotzdem ist es wichtig, dass ihr immer an Euch selbst denkt und Euch nicht zu sehr beeinflussen lasst. Ihr seid für Euch und Eure Gesundheit verantwortlich, das kann einem niemand abnehmen und da kann ich nur sagen: „zum Glück!“

Erfahrungen austauschen und allen helfen

Das sind einige Erfahrungen die ich über all die Jahre gesammelt habe und für sehr wichtig erachte. Gerne möchte ich natürlich mehr über Eure Erfahrungen erfahren. Was ist Euch besonders wichtig und was eher nicht. Habt Ihr schon eine tolle passende Kompression gefunden und habt Ihr ein tolles Sanitätshaus gefunden oder ist Euch das nicht so wichtig?

Handschrift Britta

Author: Britta

Hallo ihr Lieben, mein Name ist Britta und ich bin 33 Jahre alt. Ich liebe Mode und Make-Up und beschäftige mich als Lip-und Lymphoedem Betroffene sehr intensiv damit. Mein Motto ist frei nach Pipi Langstrumpf, "ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt". Gern möchte ich euch auf meiner Reise mitnehmen und meine Entdeckungen mit euch teilen.

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  • Hallo Britta!
    Ich habe Gott sei Dank ein Sanitätshaus gefunden, mit dem ich sehr zufrieden bin. Trotz des Fachwissens, mangelt es stellenweise an Erfahrung mit Lipödem-Betroffenen. Ich möchte nur damit sagen, dass die Sani-Feen (und „Feeneriche?! 🙂 sehr dankbar sind, wenn man immer wieder Rückmeldung gibt. Das habe z.B. feststellen müssen, da ich die erste Schwangere (!) in meinem Sanihaus war, die eine Kompression benötigte.

    LG Mila

    PS:
    Ich kann die Schwangeren-Kompression von Juzo nur empfehlen. Im Gegensatz zur Versorgung von Medi hat diese ein mit Klettverschluss regulierbares Leibteil. Dies war sehr angenehm, da der Bauch nicht den ganzen Tag über das gleiche Volumen hat bzw. ist es sehr adäquat mitgewachsen 🙂