Kompression im Bewerbungsgespräch – Zeigen oder nicht?

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Als ich das erste Bewerbungsgespräch nach meiner Lipödem Diagnose hatte, trug ich keine Armkompression. Zu groß war meine Sorge, direkt als krank abgestempelt und vor allem unattraktiv für meinen Arbeitgeber zu werden. Aus heutiger Sicht doppelt Quatsch, denn nun bin ich selbst so etwas wie eine Arbeitgeberin und weiß um die Stärken solcher Bewerber. Wer chronisch krank ist hat nicht automatisch regelmäßige Fehltage, sondern einen unverwechselbaren Biss und Kämpfergeist, den ich im Berufsalltag allzu gern an meiner Seite wissen wollen würde. Wie ist das bei dir? Würdest du Kompression im Bewerbungsgespräch tragen?

Erkenntnis Nr. 1:
Betrachte deine Kompression wie eine Brille

Ich weiß, jede von uns geht anders mit ihrer Diagnose um und ist unterschiedlich schwer im Alltag eingeschränkt. Doch lass es mich auf die Kompression herunterbrechen: Sie ist kein Indikator für die Schwere der Krankheit. Sehr viele von uns tragen sie in den verschiedensten Stadien und Ausprägungen. Mach dich frei davon, dass dein zukünftiger Arbeitgeber denken könnte, dass deine Kompression deine Kompetenz überschatten könnte. Vor allem darfst du selbst solche Gedanken nicht hegen, denn sonst strahlst du diese Unsicherheit nach außen hin aus und gibst unbewusste, jedoch falsche Impulse weiter. Blende deine Kompression im Gespräch aus und antworte auf eine Rückfrage souverän mit einer Fokussierung auf dich, nicht auf die Krankheit:

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„Das ist eine Kompressionsversorgung, welche ich aus medizinischen Gründen täglich trage. Sie erhöht meine Leistungsfähigkeit und gibt mir zusätzlichen Halt.“

Kompetente Sprotte

Das muss als Auskunft reichen, denn laut Arbeitsrecht man nicht verpflichtet, den Arbeitgeber über eine chronische Erkrankung zu informieren. Es geht ihn auch nichts an. Betrachte deine Kompression wie eine Brille, beides sind schlichtweg einfach nur Hilfsmittel für deinen Alltag, um dein Maximum an Leistung erbringen zu können.

Würdest du dich für eine Brille schämen?

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Zwei unschlagbare Looks

In den beiden Bewerbungs-Looks zeige ich euch, wie ihr modisch und kompetent auftreten könnt, ohne den Glam zuhause lassen zu müssen. Sowohl mit der schwarzen mediven 550, als auch in der Farbe Cashmere und mit neuem Design-Element Classic von medi lassen sich phänomenale Looks kreieren, die ich gerne im Büro wiedersehen wollen würde.

Erkenntnis Nr. 2:
Deine Krankheit ist keine Schwachstelle, sondern deine Stärke

Natürlich musst du deinem Gegenüber nicht von deiner Krankheit erzählen, aber es ist wichtig, dass du dich von ihr auch unterbewusst nicht bremsen lässt. Dein Lipödem oder Lymphödem ist keine reine Schwachstelle, sondern hat dich schon vor so viele große Herausforderungen gestellt, dass sie vielleicht vielmehr zur Stärke geworden sind. Du wärst ohne sie nicht der gleiche Mensch, der du jetzt bist. Du hast wieder einmal bewiesen, dass du dem Leben die Stirn bietest und seine Tiefen dich nur dazu bringen, über dich hinaus zu wachsen.

Genau das ist das, was dich als Arbeitnehmer attraktiv macht.

Dein Durchhaltevermögen ist von einem anderen Stern, dein Engagement überlebensnotwendig und dein Mut, jeden Tag aufs Neue zu bestreiten, unvergleichbar.

Schreib diesen Satz dort hin, wo du ihn jeden Tag lesen kannst. Manifestiere diesen Gedanken, lass ihn in Herz und Blut übergehen und glaube an ihn. Denn er hat recht.

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mediven 550 in Cashmere mit Design-Element Classic

Erkenntnis Nr. 3:
Verkleide dich nicht

Wenn ich in einem Bewerbungsgespräch mit dir sitzen würde, wäre mein erster Eindruck von entscheidender Bedeutung. Wie präsentierst du dich? Wirkst du verkleidet, weil man das eben so trägt oder fühlst du dich in deinem Outfit wohl und machst mir Lust, mehr über dich zu erfahren?

Ein kluges Bewerbungsgespräch ist nicht nach dem Mund geredet, sondern man verschafft sich einen Eindruck, ob es menschlich passt. Ein guter Arbeitgeber sieht deine Kompetenz im Lebenslauf und fühlt im Gespräch nur noch nach dem persönlichen Draht zu dir. Denn miteinander zu arbeiten bedeutet, sich jeden Tag auch miteinander auseinander setzen zu müssen. Wissen kann man sich aneignen, aber zwischenmenschliche Konflikte werden sich so leicht nicht lösen lassen.

Umso wichtiger ist es, nicht nur den Konfirmationsanzug zu entstauben, sondern in deinem Look ein persönliches Zeichen zu setzen und deinen Charakter zu unterstreichen. Natürlich ist das von Branche zu Branche mal strenger, mal weniger streng. Aber selbst im reinsten Büro Look sind Nuancen entscheidend, ob du langweilig wirkst oder Finesse zeigst. Statement Schmuck, besondere Schuhe, ein unüblicher Schnitt oder auf deine Kompression abgestimmter Nagellack. Zeige deine Kreativität und dein Bewusstsein deiner Selbst.

Und nun gehe hinaus in die Welt, lass dich von deiner Kompression nicht bremsen, sondern beflügeln und zeige, was in dir steckt. Kompression im Bewerbungsgespräch tragen? Aber hallo!


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Dieser Artikel ist in Kooperation mit Medi entstanden.
Bilder: Michaela Kern

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Author: Caroline Sprott

Ich bin Caroline, 1989 geboren und wohne in Augsburg. Warum habe ich den Lipödem Mode-Blog ins Leben gerufen? Am Anfang meiner Diagnose stand ich völlig hilflos vor einer ungewissen Zukunft. Jetzt, einige Jahre später, habe ich durch die aktive Anteilnahme in Selbsthilfegruppen und viel Recherche einen Erfahrungsschatz ansammelt, den ich gerne an einem Ort gebündelt anderen Betroffenen zugänglich machen möchte – ohne den Umweg über private Gruppen bei Facebook. Die modische Komponente ist natürlich meinem Hobby geschuldet. Ich versprach mir damals selbst, mich niemals von der Kompressionsbestrumpfung einschränken zu lassen. Diese Einstellung macht anderen Patientinnen Mut und so riet mir Michaela dazu, einen Blog ins Leben zu rufen.

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