Lipödem und Diabetes – Ein Teufelskreis!

Als Lipödem Betroffene mit Typ I Diabetes bin ich 24/7 und ohne Pause auf die Insulinzufuhr „von außen“ angewiesen. Das Insulin wird entweder mit Hilfe eines Insulinpens oder einer Insulinpumpe via Kanülen/Nadeln unter die Haut gebracht und in das Unterhautfettgewebe injiziert.

Insulin ist ein sogenanntes Masthormon. Es bewirkt einerseits, dass der Blutzuckerspiegel sinkt, andererseits kann es jedoch zu einer Vermehrung der erkrankten Fettzellen führen. Anders gesagt, es ist nicht unwahrscheinlich, dass das Lipödem sich unter der Insulinzufuhr verschlimmert.

Wenn man bereits Schmerzen an den betroffenen Stellen hat, ist es sehr unangenehm bis kaum zu ertragen, eine Nadel in diese Stellen zu setzen.

Arme und Beine sind bei vielen Menschen mit Diabetes bevorzugte Spritz-Stellen. Vor allem, wenn der gesamte Bauch zerstochen ist, man seinen Bauch zeitweise schonen möchte. Oder wenn man – wie in meinem Fall – schwanger ist.

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Wirksamkeit und Bedeutung
für den Alltag

Leider stellen die zusätzlichen unangenehmen Schmerzen und die potentielle Verschlechterung des Krankheitsbildes nicht die einzigen negativen Aspekte dar, die diese beiden Erkrankungen im Zusammenspiel mit sich bringen.

Je mehr erkrankte Fettzellen man hat, umso mehr Insulin wird benötigt. Viel Insulin kann jedoch zu einem schnelleren Wachstum des erkrankten Fettgewebes führen. Außerdem ist die Wirksamkeit des Insulins durchaus beeinträchtigt. Das Insulin braucht länger, bis es vom Körper aufgenommen wird. Dadurch entsteht für unseren Alltag meistens ein größerer Spritz-Ess-Abstand. Dies bedeutet, dass wir erst für unsere Mahlzeit die korrekte Insulinmenge abgeben, warten müssen bis es anfängt zu wirken, und erst dann essen können. Außerdem kann es durchaus sein, dass die Injektionen in die betroffenen Stellen dazu führen, dass das Insulin schlechter wirkt beziehungsweise schlechter vom Körper aufgenommen werden kann. Mir persönlich ist häufig aufgefallen, dass nur ein Teil des abgegebenen Insulins wirkt.

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Liposuktion bei Lipödem –
ein Hoffnungsschimmer?

Jetzt stellt sich die Frage, wie man diesen Teufelskreis unterbrechen kann, um mehr Lebensqualität zu erlangen. Was in meinem Fall überaus geholfen hat, waren die Liposuktionen bei Lipödem. Meine Arme sind meine favorisierte Stelle für den Katheter der Insulinpumpe. Vor der Arm-Liposuktion konnte ich sie als Setzstelle nicht mehr verwenden. Die Schmerzen waren einfach unerträglich und außerdem wirkte das Insulin kaum noch.

Nach der Liposuktion verringerte sich mein Insulinbedarf. Heute brauche ich nun generell viel weniger Insulin im Alltag. Das Insulin kann nun wieder besser von meinem Körper aufgenommen werden. Ich reagiere sensitiver und schneller auf Insulin, sodass kein Spritz-Ess-Abstand mehr nötig ist. Und habe keine extra Schmerzen mehr beim Setzen der Katheter, der Nadeln oder des Kontinuierlichen Glukose Messsystems. Alleine aus diesen, für mich nicht unrelevanten Gründen, bin ich überaus froh bereits einen Teil der geplanten Liposuktionen hinter mich gebracht zu haben. Auch in die Beantragung der Liposuktionen bei meiner Krankenkasse ist dieser Punkt eingeflossen, denn glücklicherweise hat mein Diabetologe mir ein Attest mit genau diesen Punkten geschrieben, welches ich dem Antrag beifügen konnte.

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Kompressionsbestrumpfung, Lipödem und Diabetes

Persönlich trage ich Kompressionsbestrumpfung an Armen, Händen und Beinen (meistens Leggings mit Socken). Mein CGM-System misst den Gewebezucker kontinuierlich alle fünf Minuten und überträgt den Wert auf das Smartphone. So werde ich schlussendlich bei zu hohen/zu niedrigen Werten gewarnt. Dieses liegt somit stets unter der Kompression. Viele Betroffene stellen mir die Frage, ob das nicht unangenehm ist oder ob die Werte durch den dauerhaften Druck auf das Gerät nicht verfälscht werden. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass man den Sensor absolut nicht spürt, wenn er sitzt (man wechselt die Stelle alle zehn Tage).

Zusätzlich gibt die Kompression darüber ihm noch einen gewissen Schutz, sodass man sicher sein kann, dass man nicht am nächsten Türrahmen hängen bleibt und er rausgezogen wird. Glücklicherweise werden meine Werte durch den Druck auf das CGM-System nicht verfälscht. Das habe ich durch mehrfaches „Gegenmessen“ herausgefunden. Wenn man „Penner“ ist – so nennen wir in der Community unter uns die Menschen, die sich das Insulin mit dem Pen injizieren – dann muss man zum Spritzen zwangsläufig die Kompression am Bauch etwas herunterziehen. Gerade wenn man Kleider trägt, ist das nicht immer ganz elegant zu lösen. Aber das sehe ich als ein geringes Übel an.

Hast du weitere Fragen zu den angesprochenen Themen oder zu der Wechselwirkung zwischen Lipödem und Diabetes? Wie sind deine Erfahrungen?

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Author: Kathi Schanz

Mein Hauptanliegen ist es im Bereich der chronischen Erkrankungen Aufklärung zu betreiben und Betroffenen Mut zu machen. Mir selber wurden nach den Diagnosen mit Lipödem, Typ 1 Diabetes und sekundären Lymphödem keine Chancen auf Schwangerschaften oder ein erneutes Aufblühen in der Tischtennis-Welt eingeräumt! Heute bin ich 2-fach-Mama, erneut schwanger mit Wunder Nr. 3, Deutsche Meisterin im Tischtennis in meiner Klasse und nutze jede Gelegenheit um aufzuzeigen, zu was wir Menschen mit chronischen Erkrankungen fähig sind.

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  • Meinen allerhöchsten Respekt für diese Lebenshaltung und herzlichen Glückwunsch zu den drei Wundern… bleib tapfer. Wenn ich diese Berichte lese,werde ich demütig…hab die zweite OP hinter mir,eine diabetische Auffälligkeit wurde nicht manifest…Alkes Gute weiterhin.