Die häufigsten Fragen zur IPK und was du über den Lympha Press wissen musst

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Im Leben mit Lipödem, Lymphödem oder Thrombose ist Selbstmanagement alles und dazu gehört auch die Kompressionstherapie. Neben Lymphdrainage und Flachstrick Versorgung ist ein IPK Gerät für Zuhause eine gute Ergänzung deiner Therapie. Doch was ist das genau, wie beantragt man es und worauf muss ich bei der Anwendung achten? Hier wirst du es erfahren.

Was ist IPK und wofür ist sie gut?

Du kennst sehr wahrscheinlich die Hauptankerpunkte deiner konservativen Therapie – die Kompressionsversorgung und Lymphdrainage. Doch wie bei so vielem, findet der entscheidende Teil der Therapie und deines Selbstmanagements selbstständig in deinem Alltag und zuhause statt. Dazu gehört auch die IPK (Intermittierende Pneumatische Kompressionstherapie). Sie ist nicht als Lymphdrainage oder als deren Ersatz zu sehen, sondern als hilfreiche ergänzende Entstauungstherapie.

Ab welchem Zeitpunkt in der konservativen Therapie kommt sie zum Einsatz?

Ich persönlich habe den Antrag gleich beim Stellen meiner Diagnose mit der Fachärztin zusammen bei der Krankenkasse eingereicht und direkt bewilligt bekommen. Es gibt im Prinzip kein zu früh oder zu spät. Es spielt hierbei keine Rolle, welche untenstehende Diagnose du hast oder in welchem Stadium du bist.

Kann sie die MLD ersetzen?

Die IPK kann die manuelle Lymphdrainage nicht ersetzen, sondern vielmehr ergänzen. Wichtig ist hierbei, dass keine Lymphabflussprobleme bestehen, die bei der Nutzung eines Lympha Press Gerätes Stauungen verursachen könnten. Auch kürzt sich nicht der Anspruch auf MLD, wenn man den Lympha Press hat.

Der Antrag

Wie beantrage ich ein IPK-Gerät und worauf muss ich beim Antrag achten?

Mache einen Termin bei deinem Fach- oder Hausarzt aus und lasse dir ein Rezept ausstellen. Keine Sorge, dies geht nicht auf das Budget deines Arztes (falls er schief gucken sollte, kannst du ihn hiermit versichern). Die Kosten für das Gerät werden, bis auf die Rezeptgebühr, von der Krankenkasse übernommen. Du kannst den Lympha Press einfach aufs Rezept schreiben lassen. Weitere Unterlagen von z. B. Lymphkliniken können für den Antrag hilfreich sein. Das Gerät wird dir zeitlich unbegrenzt als Leihgabe der Krankenkasse zur Verfügung gestellt.

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IPK Musterrezept für einen Lympha Press

Welche Voraussetzungen muss man für die Genehmigung erfüllen?

Voraussetzung für den Antrag eines IPK-Gerätes ist u. a. die entsprechende Diagnose, das Tragen von Kompressionsstrümpfen, dass du bereits zur MLD gehst und die ärztliche Überwachung des Therapieverlaufes. Die Indikationen für den Einsatz eines IPK Gerätes sind: Primäre Lymphödeme, Sekundäre Lymphödeme, zusätzlich zur KPE, Lipödem, Ödemmischformen, Posttraumatische Ödeme, Venöse Ödeme, Ulcus cruris venosum, Thromboseprophylaxe, Stauungszustände infolge Immobilisation (arthrogenes Stauungssyndrom, Paresen und Teilparesen).

Was tun bei einer Ablehnung?

Wie bei allen Anträgen, die du bei der Krankenkasse einreichst, kannst du im Falle einer Ablehnung einen Widerspruch einlegen. Hierfür können Bilder der betroffenen Körperteile helfen, wichtige Argumente, warum du das Gerät benötigst und dass du dein Selbstmanagement auch Zuhause optimieren möchtest.

Der Lympha Press

Was ist ein Lympha Press?

Es handelt sich um ein 12 Stufen-Gerät und Manschetten mit 12 oder 24  überlappende Luftkammern. Sie werden immer von unten nach oben nacheinander aufgepumpt. Das dauert 30 Sekunden, dann wird der Überdruck abgelassen und ein neuer Pumpzyklus beginnt.  Vielleicht hast du schonmal in Praxen, Kliniken, Sanitätshäusern, in Foren und auf Social Media den Lympha Press entdeckt, er sieht aus wie eine große Astronauten-Hose oder -Jacke in die rhythmisch Luft ein- und ausgelassen wird. Diese Manschetten gibt es in verschiedensten Ausführungen, wie z. B. Hosen, einzelne Beinmanschetten, Jacken oder separate Arme.

Welches Gerät ist das beste?

Welches Gerät das beste ist, lässt sich so nicht genau sagen. Mit dem Lympha Press von Villa Sana habe ich jedoch sehr gute Erfahrungen gemacht. Er hält mir seit über 10 Jahren nun schon die Treue und hatte noch nicht einen Defekt. Was ich persönlich sehr gut finde, sind die Erweiterungsstreifen, die mit wachsenden oder abnehmenden Maßen die Manschette anpassen können.

Wichtig ist, dass Du ein Gerät bekommst, welches im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen gelistet ist. Wenn du das Gerät auf Rezept deines Arztes beantragst, ist das meistens der Fall. Zur Sicherheit solltest du bei Ödemneigung lieber nicht zu freiverkäuflichen Geräten greifen.

Tipps in der Anwendung

Kompression an oder aus?
Die Kompression kann während der Anwendung getragen werden, im diesem Fall solltest du aber den Druck etwas mindern.

Morgens oder Abends? Wie oft, wie lange, welcher Druck?
Ob Morgens oder Abends ist im Prinzip nicht relevant. Ich persönlich mag die Anwendung am liebsten Abends bevor ich schlafen gehe und lasse mich von dem leisen rhythmischen Ein- und Auslassen der Luft langsam in die Bettschwere wiegen. Die Dauer und Stärke der Anwendung sollte individuell festgelegt werden, diese besprichst du am besten mit deinem Arzt.

Anlymphen?
Vor jeder Sitzung solltest du deine Lymphknoten freimachen und dich anlymphen. Wenn du dir unsicher bist, wie das geht, zeigt dir dein Lymphtherapeut sicherlich sehr gerne.

Was tun bei einer Erkältung?
Wenn du dich krank fühlst, gilt die gleiche Regel, wie bei der Manuellen Lymphdrainage. Sieh bitte von einer Anwendung in dieser Situation ab.

Noch Fragen?

Ich hoffe, dich hat dieser Artikel mit den am häufigsten gestellten Fragen schon ein Stück voran gebracht. Sollten doch einmal noch Fragen offen sein, hilft dir der Kundendienst von Villa Sana sicherlich auch sehr gerne weiter und berät dich weiter.



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Author: Caroline Sprott

Ich bin Caroline, 1989 geboren und wohne in Augsburg. Warum habe ich den Lipödem Mode-Blog ins Leben gerufen? Am Anfang meiner Diagnose stand ich völlig hilflos vor einer ungewissen Zukunft. Jetzt, einige Jahre später, habe ich durch die aktive Anteilnahme in Selbsthilfegruppen und viel Recherche einen Erfahrungsschatz ansammelt, den ich gerne an einem Ort gebündelt anderen Betroffenen zugänglich machen möchte – ohne den Umweg über private Gruppen bei Facebook. Die modische Komponente ist natürlich meinem Hobby geschuldet. Ich versprach mir damals selbst, mich niemals von der Kompressionsbestrumpfung einschränken zu lassen. Diese Einstellung macht anderen Patientinnen Mut und so riet mir Michaela dazu, einen Blog ins Leben zu rufen.

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